Die Fälscher
von Tobias Renk
Vor ein paar Monaten wurde der Film „Die Fälscher“ mit dem Oscar gekrönt. Er handelt von der größten Geldfälschungsaktion aller Zeiten. Ein Film, der zum Nachdenken anregt und den Oscar genauso wie das Prädikat „sehr wertvoll“ wirklich verdient hat.
Inhalt
Der Film handelt von einem Geldfälscher namens Salomon Sorowitsch ( Karl Markovics), der in einer Welt der Ganoven und des Schmuggels lebt. Er betrügt in den Casinos und erobert damit die Frauen. Allerdings dauert es nicht lange bis er vom Kriminalbeamten Herzog entdeckt wird und mit seiner Frau nach Mauthausen verschleppt wird. Schon bald bemerkt man seine Kunstfertigkeit als Maler und lässt ihn einige Jahre Bilder malen. Schließlich wird Sorowitsch 1944 in das KZ Sachsenhausen mit dem Zug überführt. Den Juden werden dort weiche Betten und erträgliches Essen gegeben damit sie sich „wohlfühlen“. Salomon lernt dort einige andere Häftlinge kennen, wie zB. den Kommunisten Burger. Das Fälschen des Geldes funktioniert recht gut und der mittlerweile zum Obersturmbannführer ernannte Herzog ist begeistert. Als die Gefangen dann jedoch den Dollar fälschen sollen tauchen einige Probleme auf. Irgendwie gelingt der perfekte Dollar einfach nicht. Burger gibt vor den Häftlingen zu, dass er derjenige ist, der das ganze System boykottiert, da er erkannt hat, dass sie den Nazis den Krieg finanzieren. Würden sie dies nicht tun, wäre das Deutsche Reich dem Ende nahe, aber unter Todesandrohung arbeiten die Gefangenen weiter. Am letzten Tag vor der geplanten Hinrichtung gelingt es schließlich dem talentierten Salomon, den Dollar ganz alleine zu fälschen und er rettet somit allen das Leben. Unglücklicherweise hat Herzog schon erkannt, dass das Deutsche Reich dem Ende nahe ist und er flieht mit den anderen deutschen Offizieren vor den Besatzungsmächten. Die Gefangen werden letztendlich befreit und Sorowitsch führt weiter ein Leben als erfolgreicher Geldfälscher.
Hintergrund
Der Film basiert auf den Erinnerungen und Erzählungen des Zeitzeugen Adolf Burger, der die Geschichte der größten Geldfälschungsaktion der Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkrieges, die unter dem Decknamen „Aktion Bernhard“ durchgeführt wurde, selbst miterlebt hatte. Das Leben im Konzentrationslager wird in diesem Film sehr realistisch dargestellt und man erlebt die grauenhafte Behandlungen der Juden hautnah. Es wird gezeigt, wie einzelne Häftlinge hingerichtet (also erschossen) werden, oder wie zum Beispiel der Oberstumbannführer Herzog Sorowitsch über den Kopf uriniert. Das macht „die Fälscher“ aber nur noch realistischer. In diesem Film sieht man, dass die Juden nicht nur jede Minute um ihr Leben bangen, sondern auch mit ihrem Gewissen klar kommen mussten. Dies ist die große Problematik des Films. Es werden Bedingungen dargestellt, die bis jetzt in keinem der anderen Filme, welche sich mit dem Nationalsozialismus oder dem Leben im Konzentrationslagern befassen ( zB. Schindlers Liste ), geschildert wurden.
Meinung des Redakteur
Dieser Film ist meiner Meinung nach für jeden sehenswert, den die Themen des zweiten Weltkriegs und die Judenverfolgungen interessiert. Ich habe diesen Film bereits zwei Mal gesehnen und jedes Mal war ich begeistert. Es war völlig egal, dass ich schon wusste, was passieren würde, denn durch diese spannenden Erzählungen ( siehe Zitat ) ist es einfach immer berührend und begeisternd gewesen, die Geschichte von Salomon und Burger miterleben zu können. Nachdem ich diesen Film das erste Mal gesehen hatte, brauchte ich sehr lange, bis ich alles wirklich verarbeitet hatte. Besonders gut finde ich, dass sich der Regisseur Stefan Ruzowitzky nicht davor scheute, Gewalt in seinem Film zu zeigen. Die Brutalität der Aufseher dieser KZs wurde besonders gut dargestellt und hat mich auch am meisten entsetzt. Ich glaube immer noch nicht, dass Menschen fähig sind, so etwas zu tun. Ich kann diesen Film also wirklich jedem empfehlen, der einen wirklich guten österreichischen Film sehen möchte. Der Oscar ist meiner Meinung nach wirklich verdient.