Atomkraft - die friedliche Energie?
von Philipp WagnerAm 24. Juni 1954 wurde nahe Moskau das erste Atomkraftwerk an das Netz geschlossen. Heute, beinahe 60 Jahre nach der Inbetriebnahme, sollen die ersten Brennstäbe von Zwischenlagern in Endlager gebracht werden.
Doch diese sind nichts anderes als Hallen, welche sich an der Oberfläche, sogar in der Nähe von Siedlungen, befinden und es ist bewiesen, wie schädlich radioaktive Strahlung für den menschlichen Organismus ist.
Bei einem typischen AKW fallen jährlich etwa 300 m³ schwach- und mittelradioaktive Abfälle sowie etwa 30 Tonnen hochradioaktiver Abfall an. Nicht nur in AKW‘s entstehen radiokative Abfälle. Der mengenmäßig größte Teil, etwa 80 Prozent der Abfälle, stammt aus dem Uranabbau. Dieser wird meist in der Nähe des jeweiligen Uranbergwerks gelagert. In der Wiederaufbereitung abgebrannter Brennelemente und bei militärischer Nutzung wird ebenfalls Atommüll produziert.
Atomkraft wird immer wieder als größte alternative Energiequelle gehandelt, was zu dementieren ist. Erstens gibt es Uran nur begrenzt auf der Erde, zweitens wurde in den Gebieten, in denen Uran abgebaut wird, eine überhöhte Strahlenbelastung in den Trinkwasserproben festgestellt und drittens ist die Aufbereitung von Brennstäben sehr gefährlich.
Was den Abbau betrifft, gibt es nicht nur Probleme mit dem Trinkwasser, sondern auch eine hohe Belastung der Minenarbeiter und Bevölkerung in der Region durch Radon-Freisetzung aus der Mine. Im Niger werden die Lagerstätten zum Teil nicht einmal gekennzeichnet, es werden keine Zäune um die Lagerstätten errichtet, aber auch keine Maßnahmen zur Abschirmung über die Luft getroffen.
Europa, ganz besonders Frankreich, setzt auf Atomstrom. Österreichs Nachbarländer besitzen, bis auf Italien, Kernkraftwerke. Betrachtet man die Standorte auf einer Karte, so stellt man fest, dass alle Atomkraftwerke einigermaßen weit von Österreich entfernt sind, bis auf die tschechischen AKW’s Temelin und Dukovany, was nicht weiter besorgniserregend wäre, hätte es nicht schon mehr als hundert Störfälle gegeben. Erinnerungen an die Katastrophe von Tschernobyl werden bei vielen wach, verursacht durch die Unsicherheit der Reaktoren.
Doch es müssen nicht tschechische Reaktoren sein, die Probleme bereiten, nur weil Sicherheitsmängel bestehen, es könnten besonders alte Kraftwerke auf Grund von Verschleißerscheinungen zu Problemfällen werden. Die Schweizer AKW’s Beznau und Mühleberg haben auf Grund ihres Alters für Experten mittlerweile ein hohes Sicherheitsrisiko. Reaktoren, die in Ländern der ehemaligen Sowjetunion stehen werden sogar als hochgefährlich eingestuft.
Aber lohnt sich dieses Risiko zur Stromerzeugung?
Atomstrom wird als Billigstrom gepriesen, was jedoch falsch ist, da staatliche Unterstützungen und Förderungen der EU an die AKW’s den Strompreis künstlich sinken lassen. Seit 1974 haben die EU-Staaten mehr als 40 Milliarden Euro für die Nuklearforschung ausgegeben. 2,9 Milliarden Euro hat die EU bisher für den Bau von Atomkraftwerken in Form von Krediten zugeschossen. Die Kosten für den Rückbau der derzeit in der Euröpäischen Union laufenden Atomkraftwerke betragen schätzungsweise 500 Milliarden Euro. Dabei liefert Atomenergie zurzeit nur 2,7% des globalen Energieverbrauchs. Das ließe sich leicht durch bessere Energienutzung einsparen.
Aber kann es vielleicht sein, dass Atomstrom doch etwas Gutes tut, weil dabei kein CO2 ausgestoßen wird? Ja, es ist richtig, dass bei der Kernspaltung keine Treibhausgase entstehen, jedoch werden fossile Brennstoffe vor allem beim Uranabbau und bei der Umwandlung des Uranerzes zu Kernbrennstoff benötigt. Dabei werden genug Treibhausgase frei, um die Stromerzeugung der Atomkraft als einen wichtigen Faktor in der Klimaerwärmung zu sehen.
Tschernobyl ist sogar denen ein Begriff, die damals noch nicht einmal lebten. Es war jenes sowjetische Atomkraftwerk welches einen Supergau hatte, wobei radioaktives Material von der heutigen Ukraine bis nach Österreich geweht wurde, was man sogar heute noch nachweisen kann. Forscher stellen sogar jetzt noch eine erhöhte Radioaktivität in den entnommenen Bodenproben fest.
Atomkraft ist nicht „sauberer und billiger“ Strom. Es ist ganz anders, da die Sauberkeit bei der Erzeugung verloren geht und der Preis über Steuergelder nach unten gedrückt wird. Österreich hat nie Netzstrom durch AKW’s erzeugt, Italien legte das letzte Atomkraftwerk 1990 still, jedoch ziehen sie den Wiedereinstieg in Erwägung und Deutschland hat den Ausstieg aus der Atomkraft bis in das Jahr 2020 beschlossen.
Mit dem Einsatz von alternativen Energiequellen kann man den prozentuellen Anteil von AKW’s leicht wettmachen.









