Piratenbucht in Gefahr
von Fabian TodtDie Betreiber der Torrent-Tracker-Server „The Pirate Bay“ sind zur Zeit wieder mal vor Gericht. Grund sind die angeblichen Urheberrechtsverletzungen, die durch die Homepage entstanden sind.
Thepiratebay.org“ ist einer der größten BitTorrent-Tracker weltweit, dass heißt ihr Server verteilt Informationen, die besagen, wo im Netz bestimmte Dateien sind und welche Benutzer sie lokal auf ihre Festplatte gespeichert haben, unter anderem auch Copyright geschützte Materialen wie Software oder Multimediaprodukte.Die Musik- und Filmindustrie meint allerdings „The Pirate Bay“ würde illegale Downloads veröffentlichen und unterstützen. Das diese wohl nicht gut für deren Industrie sind, erklärt sich von selbst. Die größte BitTorrent-Tracker-Seite zu verklagen scheint da natürlich leicht. Wenn die Herren der Musik- und Filmindustrie doch nur wüssten wozu diese Tracker dienen und wie das Torrent-System eigentlich funktioniert.
Wenn ein Tracker nur die User miteinander verbindet, wie kann er dann Daten freigeben? Sind es nicht die User, die lizenzpflichtige Programme/Spiele/Musik-Dateien freigeben, die sich strafbar machen und den reichen Stars das Geld direkt aus der Tasche ziehen? Einzelne User zu verklagen würde für die Medienindustrie viel zu viel Aufwand darstellen und auf Grund der durch Raubkopien verlorenen Zahlungsmittel scheitern.
Es scheint als würden alle Musikmanager, alle Produzenten, alle Künstler ihr übrig gebliebenes Geld zusammenlegen, um den für BitTorrent-User wichtigsten Verein „The Pirate Bay“ anzuklagen.
"Die Piraterie hat der Musikindustrie einen enormen Schaden zugefügt. Für legale Anbieter ist es unmöglich, im Konkurrenzkampf mit kostenlosen Download-Möglichkeiten zu bestehen“. Nachdem John Kennedy, Vorsitzender der IFPI 1, mit diesen Worten den achten Verhandlungstag einleitete, wurde der Gerichtssaal von einem lauten Lachen aus den Zuschauerreihen erfüllt.
Die Angeklagten verteidigten sich damit, dass wohl die User und nicht der Tracker Raubkopien verbreiten würden. Immerhin könne man auch über Google Torrents finden, warum sollte man dann Google nicht auch verklagen?!
In dem Streit um das BitTorrent-Protokoll wird immer wieder betohnt, wozu dieses ursprünglich entwickelt wurde. Die Idee dahinter war nämlich, es z.B.: Programmieren zu ermöglichen große Datenmengen für andere freizugeben. Die wohl bekanntesten Beispiele für eine legale Nutzung sind Chip.de und der World of Warcraft-Updater. So gesehen stellt das BitTorrent-Protokoll eine riesige Weiterentwicklung dar.
Kritik wird aber auch an der Musik- und Filmindustrie verübt. Immerhin sind die Preise für Alben oder Singles für einen Musik-interessierten Jugendlichen kaum leistbar. Die Medienindustrie sollte einsehen, dass es nichts bringt, Musikstücke zum selben Preis als Download anzubieten. Wenn solche Services meist doch nur mit Kreditkarte möglich sind. Die Preise zu senken wäre vielleicht doch eine Überlegung wert.









