Ein Witz?!
von Fabian TodtDer Kärntner Landeshauptmann Gerhard Dörfler (BZÖ) zeigte am 16. Februar erneut seinen Sinn für Humor.
Bei der Pressekonferenz für die ORF-Sendung „Wenn die Musi spielt“ begrüßte er Roberto Blanco mit einem Witz, den anscheinend nicht alle im Publikum so lustig fanden wie er.
Die darauf folgende Stille im Zelt erklärte sich der Kärntner Landeshauptmann damit, dass er „den Witz anscheinend schlecht erzählt hätte“.
Kärntens BZÖ-Chef Scheuch meinte, dass Dörfler „zu manchen Dingen eine einfache Einstellung“ habe.
Der 53-jährige Haider-Nachfolger ist erst seit 3 Monaten im Dienst, doch allein in dieser Zeit ‚passierten‘ ihm mehr Missgeschicke als so einigen anderen Politikern in ihrem ganzen Leben.
Der erste Streich war ein mindestens genauso lustiger Scherz bei einer Straßeneröffnung. „Was ist der Unterschied zwischen dem Ötzi und einem gescheiten Polizisten? Den Ötzi hat man schon gfunden.“, meinte Dörfler dort. Er war auch der Meinung, die sich im Publikum befindenden Exekutivbediensteten fänden diesen Witz sicherlich auch lustig. Diese sollen dem nachfolgendem Buffet aber aus Prinzip ferngeblieben sein.
Die Aussage zum Wechsel Mario Canoris vom BZÖ zur FPÖ war Dörflers nächster Fehler. Er erklärte sich diesen nämlich damit, dass die Strache-Partei Canori 200.000 € gezahlt hätte. Canori klagte und Dörfler musste seinen Fehler doch eingestehen.
Zu Silvester ‚08/‘09 meinte der Kärntner Landeshauptmann, dass es in Kärnten gar nicht zwei Volksgruppen gibt. Da die Kärntner Slowenen ja sowieso Deutsch sprechen. Und die Slowenische Sprache brauche ein Kärntner nicht zu können, da diese „nur begrenzt interessant ist“. Er meinte dies aber nicht wertend.
Schon vor Haiders Tod hatte Dörfler eigenartige Vorstellungen zur Minderheitenpolitik. Im Ortstafelstreit sagte er, dass für solch einen Streit kein Gericht sondern das „gesunde Volksempfinden“ zuständig sei. Viele zeigten sich empört, da auch die Nazis mit diesem Begriff ihre Taten gerechtfertigt hatten.
Einer der bekanntesten Tritte des Landeshauptmannes ins Fettnäpfchen war sein Handeln nach dem Tod seines Vorgängers. Den Unfallwagen wollte er versteigern und danach zu einem Kunstwerk umbauen lassen. Doch so ein pietätloses Vorhaben war sogar für den BZÖ-Chef Scheuch zu viel, der das Auto-Wrack stattdessen um 40.000 Euro aus Parteimitteln kaufte.
Nach Dörflers Aussage, war Haider auch nicht selber schuld an seinem tödlichen Unfall. Jemand hätte Haider etwas ins Getränk gemischt. Er verglich Haiders Tod mit dem Attentat an John F. Kennedy. Die politischen Gegner des Kärntners, welche er somit indirekt am Tod Haiders beschuldigte, beginnen nun allmählich, ihn nicht mehr ganz ernst zu nehmen. Reinhard Rohr (SPÖ) bezeichnete ihn sogar als „Lachnummer“.
Am 1. März fanden nun Kärnter Landtagswahlen statt. Das Ergebnis all dieser „Fehler“ war dennoch ein Sieg für das BZÖ. Dörfler hatte Haiders Wahlsieg 2004 (42 Prozent) sogar noch überboten. 45 Prozent wiegt das BZÖ nun in Kärnten.
Anscheinend teilt Kärnten doch den Humor von Gerhard Dörfler und will eine Fortsetzung der Dörfler-Komödie. Oder vielleicht liegt es auch nur daran, dass das BZÖ als „Die Freiheitlichen in Kärnten - BZÖ Liste Jörg Haider“ angetreten war.









