Joseph Haydn - ein Musikgenie sondergleichen
von Rosa KainzDer Todestag des grandiosen österreichischen Komponisten Joseph Haydn jährt sich heuer zum 200. Mal - Grund genug diesen großen Kopf und seine weltbekannte Musik hier näher zu beleuchten.
Franz Joseph Haydn wurde am 31. März 1732 in Rohrau, Niederösterreich, in eine Familie geboren, die trotz fehlender Fähigkeit Noten zu lesen musikalisch sehr aktiv war. Da seine außergewöhnliche Begabung in diesem Bereich schon nach wenigen Jahren stark ausgeprägt war, wurde er im Alter von 6 Jahren nach Hainburg/Donau geschickt, um eine Ausbildung als Chorsänger zu erhalten. Im Jahr 1740 wurde er vom musikalischen Direktor des Stephansdoms, Georg von Reutter, entdeckt, der Haydn mit nach Wien nahm. Dort verbrachte jener 9 Jahre und erhielt unter anderem Gesangs-, Klavier- und Violinunterricht, jedoch keinen Kompositionsunterricht. Mit 17 wurde er entlassen und ging verschiedenen Tätigkeiten nach, um Wissenslücken zu füllen. Später wurde er zum Vizekapellmeister der Familie Esterházy in Eisenstadt, wo er schließlich auch zum Kapellmeister befördert wurde. Auf Reisen wurden seine Konzerte immer vom Publikum gestürmt und binnen weniger Jahre erwarb er großes Ansehen.
Kurz nach dem Tod seiner Frau im Jahr 1800 bemerkte Haydn, dass seine Krankheit, unter welcher er schon über längeren Zeitraum litt, sich verschlechtert hatte. Sie versperrte ihm die Möglichkeit, weiter aufzutreten und zu komponieren. Dieser Umstand war ein schwerer Schlag gegen den Strom an Ideen, den Haydn noch verwirklichen wollte und deshalb suchte er in den letzten Jahren seines Lebens immer öfter den Trost beim Spielen der österreichischen Kaiserhymne am Klavier, die er selbst komponiert hatte und welche ihn zu einem vorbildlichen Patrioten machte.
Haydn verstarb am 31. Mai 1809 und wurde zunächst in Wien beigesetzt, allerdings überführte man seinen Leichnam einige Jahre später in die heutige Haydnkirche nach Eisenstadt, wo er aufgrund eines Grabraubes, bei dem der Schädel entwendet wurde, erst 1954 die ewige Ruhe fand.
Der Charakter von Joseph Haydn wurde als sehr liebenswürdig beschrieben und als optimistisch eingeschätzt. Durch seinen stark ausgeprägten Humor wurden auch einige seiner Werke beeinflusst. Wichtig war ihm eine harmonische Arbeitsatmosphäre und er pflegte einen respektvollen Umgang mit seinen Kollegen. Wenn Haydn in manchen Momenten bei seinen Kompositionen eine Eingebung brauchte, griff der fromme Katholik zu seinem Rosenkranz, der ihm oft eine große Hilfe war. Seinen tief gehenden Glauben verdeutlichte er nach der Vollendung jedes Stückes mit einem „Laus deo“ also „Ehre sei Gott“, außerdem schrieb er unzählige Messen.
Haydns Aussehen war auch zu damaligen Zeiten sehr unattraktiv, zusätzlich zu seiner kleinen Statur bekam er die Pocken von denen ihm ein Leben lang die Narben erhalten blieben. Die Portraitmaler der damaligen Zeit bemühten sich, auf unterschiedliche Weisen seine anziehende Persönlichkeit und nicht etwa sein hässliches Gesicht zum Ausdruck zu bringen. Die Folge daraus ist jedoch, dass kaum ein Portrait von Haydn dem anderen gleicht.
Stil und Entwicklung
Haydns erste Werke entstanden nach der Zeit des Hochbarocks, in einer Periode, die oft noch unsicher war, und deshalb galt er als einer der musikalischen Erforscher dieser Zeit. Entscheidenden Einfluss auf Haydns Werk übte in dieser Zeit Carl Philipp Emanuel Bach, der zweite Sohn Johann Sebastian Bachs, aus.
5 Jahrzehnte kann die Entwicklung von Haydns Stil verfolgt werden, aus der eine immer größer werdende Komplexität und Verfeinerung schließen lässt. In den 1760ern und 1770ern beschrieb er in der Zeit von „Sturm und Drang“ zackige Akkorde und plötzliche Übergänge, die sich vor allem in den Sinfonien 35 bis 55 bemerkbar machen.
Seine ersten richtigen Fortschritte teilte er in den 6 Streichquartetten mit, die er im Jahr 1781 veröffentlichte. In diesen kamen zum ersten Mal für Haydn typische fließende Übergänge und Phrasierungen zum Vorschein.
In den 1790ern entwickelte Haydn den „populären Stil“, in dem vor allem kroatisches oder österreichisches folkloristisches Material zum Ausdruck gebracht wird. In dieser Zeit ist auch der Höhepunkt seines Schaffens anzusiedeln.
Neben Mozart und Beethoven, mit welchen er zahlreiche bis dato unbekannte Kompositionsverfahren entwickelte, war Haydn einer der „drei großen Klassiker“, tat sich jedoch durch seinen eigenen und außergewöhnlichen Stil besonders hervor. Vor allem unterschied er sich dadurch von den anderen, dass sich sein Kompositionsstil unabhängig von damaligen Idealen entwickelte und somit in eine völlig neue Richtung ging. Haydn experimentierte häufig und seine Kompositionen wurden mit der Zeit immer komplexer und entwickelten sich so zu echten Meisterwerken.
Haydn wird häufig als Vater der Sinfonie und der Streichquartette bezeichnet, da er diese beiden Musikgattungen teils neu erfand oder perfektionierte und sich somit auf ewig seinen Platz unter den größten Komponisten aller Zeiten sicherte.
Haydns Werke
Als einer der größten Komponisten aller Zeiten weist Haydn natürlich eine dementsprechend große Anzahl an Werken auf - zu seiner Hinterlassenschaft zählen 104 Sinfonien, 24 Opern, 14 Messen, sechs Oratorien, ein Dutzend Solokonzerte und noch eine Überzahl an Kammermusik und Klaviermusik.
Einige der bedeutendsten Werke sind zweifellos die „Paukenschlagsinfonie“, die „Londoner Sinfonie“, die „Abschiedssinfonie“ und das „Reiterquartett“. Zu seinen bekanntesten Oratorien zählen sowohl „Die Schöpfung“ als auch „Die Jahreszeiten“.
Haydn Ausstellungen
2009 steht eindeutig im Zeichen Joseph Haydns. Die barocke Hauptstadt des Burgetnlands, Eisenstadt, in der auch die Fürstenfamilie Esterházy ansässig war, organisiert zu Gedenken an Haydn eine Ausstellung mit dem Namen „Phänomen Haydn“, die von 31. März bis 11. November 2009 ihre Türen öffnet. Diese Ausstellung illustriert auch die Bedeutung der Stadt, in der der „Vater der Sinfonie und des Streichquartetts“ seinen umfassenden Beitrag zu Weltliteratur brachte.









