Aktuelle Ausgabe
Nr. 18

Stomp

von Tobias Renk

Was einst in Großbritannien seinen Anfang nahm, ist heute eine umwerfende Gruppe fantastischer Musiker, deren Konzerte auf der ganzen Welt sehr begehrt sind. Am 18. Oktober 2009 waren sie zum letzten Mal in Wien im Museumsquartier zu sehen und zu bewundern.

Die Gruppe Stomp ist eine Percussion-Band, die von Steve McNicholas und Luke Cresswell gegründet wurde. Deren erster Auftritt erfolgte 1991 in Brighton in Großbritannien. Seitdem hat sich die Gruppe um viele Leute erweitert und begabte Künstler aus aller Welt, wie zum Beispiel Alan Asuncion, ein weltklasse Drummer und Pianist, Michelle Dorance, eine Tap-Tänzerin der Spitzenklasse,  und viele mehr. Stomp besteht also aus einer Vielzahl begabter Percussionisten, die alle etwas Spezielles, Eigenes an sich haben. Der eine ist besonders begabt in Sachen Step-dancing, der andere hat sein Talent an Besen, Mülltonnen oder einem Stahlgerüst entdeckt. Jeder ist komplett verschieden, dennoch machen sie alle dasselbe. Und genau das beeindruckt bei „Stomp“ am allermeisten. Die verschiedenen Arten, auf die diese Gruppe Musik macht, verlangt auch einiges an körperlichem Einsatz. Jedes der Mitglieder scheint besonders gut trainiert zu sein und muss turnerisch auch so einiges darbieten können.
E-Gitarren, Drums, Bass und andere Instrumente dieser Art werden hier nicht gebraucht. Ein einfacher Besen, alte Reifen, Mülltonnen, Basketbälle oder Spielkarten genügen, um die Zuschauer in ihren Bann der Musik zu ziehen. Und selbstverständlich fehlt auch der Humor bei ihrer Show nicht. Mittels Publikumseinbezug und kabarettistischen Einwürfen bringt Stomp mehrmals die ganze Halle zum Lachen. Mit der Gruppe Stomp wurde ein eigenes, neues Genre der Performance geschaffen.  
Am 18. Oktober 2009 spielten Stomp ihr neuestes Programm im Wiener Museumsquartier. Eröffnet wurde die Show mit der typischen „Besenszene“. Dabei beginnt ein einziger Künstler auf der Bühne mit einem Besen zu wischen (natürlich im Rhythmus). Nach etwa fünf Minuten befinden sich dann alle Mitglieder auf der Bühne und wischen, schlagen, klopfen mit ihren Besen in komplizierten Rhythmen. Eine weiter beeindruckende Szene war mit riesigen Gummireifen gestaltet. Dabei haben die Künstler mit viel Kraft und zwei einfachen Sticks laute Rhythmen erzeugt. Und dann ging es gleich auf ein in der Höhe gelegenes Stahlgerüst, wo im Finstern Klänge aller Art erzeugt wurden.
Nach einer Stunde und dreißig Minuten war die Performance zu Ende. Das kling vielleicht etwas kurz für ein Konzert, jedoch darf man die körperliche Anstrengung der Künstler nicht außer Acht lassen. Stomp ist nicht nur eine Gruppe brillianter Musiker, sondern auch ausgezeichneter „Athleten“.
Es ist schwer, Personen, die von dieser Gruppe noch nie etwas gehört haben, einfach so für Stomp zu begeistern, denn ohne sie gesehen zu haben, kann man sich nicht wirklich ein Bild von ihnen machen. Doch meiner Meinung nach ist ein Konzertbesuch von Stomp sicherlich keine schlechte Erfahrung für jemanden, der musikalisch interessiert ist und etwas ganz Neues, etwas abseits des Mainstreams, eine Performance der Sonderklasse genießen möchte.

Stomp - Bild

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